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Schmerzmittel und Entzündungshemmer

Im Sport aber auch im Alltag kommt es sehr häufig vor, dass Schmerzen und Entzündungen durch diverse Medikamente unterdrückt werden. In den nächsten Zeilen will ich darauf eingehen, warum das nicht immer so sinnvoll ist.

Nach einer Verletzung kommt es zu folgenden Wundheilungsschritten

1.      Vaskuläre Phase (sofort – 2. Tag):  hier kommt es zu den klassischen Entzündungszeichen, durch die Freisetzung und Schmerz und Entzündungsmediatoren. Ziel ist es, genügend Sauerstoff und Nährstoffe zur Verfügung zu stellen, damit eine Heilung (Reparatur) stattfinden kann. Der Schmerz soll eine weitere Belastung des Gewebes verhindern.

2.      Zelluläre Phase (2.-5.Tag):  jetzt kommen immer mehr Zellen ins Wundgebiet, die für eine vorläufige Stabilität der Verletzung sorgen.

3.      Proliferation: (5. -21. Tag)  Es werden unspezifische Fasern gebildet, die das Gewebe wiederherstellen. Diese Fasern sind jedoch bei weitem nicht so belastbar wie die ursprünglichen. Um den Fasern zu zeigen, welche Funktion sie später haben, müssen jetzt bereits spezifische Reize gesetzt werden. Dies verhindert auch eine Verklebung der Strukturen (Fasern liegen am Anfang kreuz und quer und werden nur durch Belastung richtig ausgerichtet)

4.      Umbauphase (ab dem 21. Tag): Jetzt kommt es zum Umbau der weniger stabilen Fasern in die ursprüngliche Kollagenform. Dafür sind allerdings spezifische Reize notwendig  (Knorpel braucht Druck, Band braucht Zug,….)

Je nach Schwere der Verletzung und je nach verletztem Gebiet (gut durchblutet – schneller; schlecht durchblutet langsamer) können sich die Zeitangaben unterscheiden.

 Was ist Schmerz und was passiert wenn er gehemmt wird?

–        Schmerz entsteht, wenn eine Gewebsschädigung droht, oder bereits vorliegt und der Körper sich vor weiteren Schäden schützen will.

–        Vergleich:  Kontrolllämpchen im Auto.  Wenn so ein Lämpchen brennt, weiß der Fahrer, dass er sich vorsichtig verhalten muss, weil etwas kaputt gehen könnte, oder bereits kaputt gegangen ist.

–        Wer seinen Schmerz unterdrückt, der schneidet im übertragenen Sinne die zuführenden Kabel ab oder überklebt diese Lämpchen einfach.

–        Wenn jetzt weiter belastet wird, kann sich das Gewebe nicht mehr erholen. Dies hat oft auch negative Auswirkungen auf andere Strukturen, weil der Körper als Ganzes nicht mehr „normal“ funktioniert.

–        Studien über den negativen Einfluss von schmerzhemmenden Medikamenten auf die Wundheilung:  Brower und Johnson 2003, Dormus et al. 2003, Northcliffe und  Buggy 2003, Bislo und Tanelion 1992, Scherb et al. 2009,………..

Was passiert wenn Entzündungen gehemmt werden?

–        Durch die Hemmung verschiedener Stoffe (Prostaglandin2, Cyclooxygenase,..) wird die Entzündungsphase unterdrückt. Somit können weniger Stoffe für die Reparatur des Gewebes und die Immunantwort angeschwemmt werden. Dies hat zur Folge, dass die Regeneration der Kollagenfasern oft unvollständig und in deutlich schlechterer Qualität erfolgt, als es durch eine „normale“ Wundheilung passieren würde.  Hinzu kommt, dass durch eine verfrühte Belastung neue Gewebsschädigungen provoziert werden.

Es gibt  eine Reihe von Studien die die negativen Einflüsse von Entzündungshemmern auf die Wundheilung aufzeigen (Bergenstock et al. 2005, Kraftan et al. 2005, Marsolais et al. 2003, Murnaghan et al. 2006, Tortland 2007, uvm.)

Während steroidale Entzündungshemmer auf lange Sicht v.a. zu einer Demineralisierung des Knochens führen, machen nicht-steroidale Entzündungshemmer (Voltaren,..) v.a. Probleme im Verdauungstrakt und in den Ausscheidungsorganen (Niere, Lunge, Haut)

Warum werden Entzündungshemmer gegeben?

–        Die Medizin traut dem Körper nicht zu die Entzündung selber zu regulieren.

–        Es ist zu vermuten, dass auch kommerzielle Interessen der Pharmafirmen eine wichtige Rolle bei der Verordnung von Schmerz und Entzündungshemmern spielen ?!

Kann es sein, dass der Körper, Entzündungen selber nicht regulieren kann?

Diese Frage muss mir ja beantwortet werden und ein Grund dafür ist sicher auch die heutige Ernährung, kombiniert mit unserem heutigen Lebensstil.

–        Entzündungen entstehen durch die Freisetzung von Prostaglandin 2. Dies wird über den Cyclooxygenasezyklus (Achtung COX Hemmer!!) aus Arachidonsäure gewonnen. Arachidonsäure gehört zu den Omega 6 Fettsäuren.

–        Aus Omega 3 Fettsäuren kann unser Körper Prostaglandin 1 und 3 herstellen. Dies wirken antagonistisch zu Prostaglandin 2.

–        Unsere normale Ernährung bietet deutlich mehr Omega 6 Fettsäuren als Omega 3 Fettsäuren – dies kann je nach Ausmaß des „Fehlverhältnisses“  und anderen Faktoren, dazu führen, dass vorhandene Entzündungen nicht mehr kontrolliert werden können.

–        Eine schlechtes Verhältnis der Fettsäuren ist aber nur einer von sehr vielen Gründen warum  Entzündungsreaktionen nicht mehr auf natürlichem Wege reguliert werden können.

 

Was muss beachtet werden, wenn es ständig zu Überlastungen/ Verletzungen kommt

–        Mangel an physiologischen Belastungsreizen und somit schlechte Gewebsernährung und schlechte Belastbarkeit  (inaktiver Alltag, Schonung bei Verletzungen)

–        Zu hohe Belastung! (sehr oft auch nach langer Inaktivität)

–        Ernährungsbedingte Faktoren : Vitamine, Mineralien, essentielle Aminosäuren, Omega 3 FS, Rauchen!! ,…………

–        Gestörte Verdauung! (Verwertung von Nährstoffen)

–        Gestörte „Entgiftung“ (Leber ,Niere, Blut, Lymphe, Dickdarm, Lunge, Haut)

–        Gestörtes Immunsystem (Auto – Immunreaktionen)

–        Medikamente (Entzündungshemmer, Zytostatika, Antibiotika (Magen Darm!!!) usw.)

–        Stressmanagement, Hormonachsen,..

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